Kunst und Schokolade

Das Sammler-Ehepaar Irene und Peter Ludwig

Als Peter Ludwig aus einem Kriegsgefangenen-Lager in seine Heimatstadt Koblenz zurück kehrte, gab es für ihn nur ein LuebkeWiedersehen mit dem Vater. Die Mutter war einem Bombenangriff zum Opfer gefallen. Den ersten Lichtblick im Trümmerland Deutschland erlebte der junge Kunststudent bei einem Museums-Ereignis im Jahre 1946. In Köln wurde die Schenkung eines Kunstliebhabers öffentlich ausgestellt. Der Jurist Dr. Josef Haubrich hatte seine Sammlung moderner Kunst bereits im Mai 1945 seiner Heimatstadt geschenkt. Die als entartet verfemte Kunst sollte möglichst schnell wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In den folgenden Jahren entwickelte sich Peter Ludwig zum leidenschaftlichen Kunstsammler. Er fand in seiner Frau Irene Monheim eine Lebensgefährtin, die diese Leidenschaft teilte. Die Erbin des großen Schokoladen-Unternehmens brachte zudem ein zweites „finanzielles Standbein“ für die Sammel-Leidenschaft mit. Schokoladenfirmen wie Trumpf und Lindt gehören noch heute zum Unternehmen von Ludwig Schokolade.

Dem Vorbild des Dr. Haubrich folgend organisierten Peter und Irene Ludwig mit den Beständen ihrer Sammlung Museums-Projekte, Schenkungen und Initiativen zur Verbreitung und Förderung der modernen Kunst. Umfang und Vielfalt ihrer Einrichtungen sind für deutsche Verhältnisse einzigartig. So werden die Ludwigs auch gern als die „deutschen Guggenheims“ bezeichnet.

In Köln wurde das Ludwig-Museum errichtet, das neben mehreren Schenkungen der Ludwigs auch die Sammlung Haubrichs beherbergt. Nach Barcelona und Paris verfügt es über die drittgrößte Picasso-Sammlung weltweit.

Zur Kunstsammlung der Ludwigs gehören neben Gemälden und Skulpturen der Klassik und Klassischen Moderne auch Tausende wertvoller Einzelstücke aus praktisch allen Bereichen der Kunst, von antiken und mittelalterlichen Objekten, über Kunst und Kunstgewerbe aus Asien, Afrika und Lateinamerika bis hin zu wertvollen Handschriften. Natürlich löst so viel Kunst-Reichtum auch Neid aus. Was die einen als ausdauernde Neugier und Toleranz bewundern, halten andere für Unersättlichkeit und Wahllosigkeit.

So geriet das Ehepaar Ludwig auch politisch mehrmals in die Diskussion. Ihre Ausstellungen mit dem Bildhauer Arno Breker, der unter den Nazis hohes Ansehen genoß, waren schwer umstritten.

Nach dem plötzlichen Tod Peter Ludwigs wurde die Ludwig-Stiftung gegründet, die weltweit Kunst-Einrichtungen in elf verschiedenen Städten, darunter auch in Peking und St. Petersburg unterhält.

Auch sie steht mit einem neuen Projekt wieder unter Kritik. Der Ausstellung „Deutsche Bilder“ in Oberhausen wird vorgeworfen, regimegetreue „DDR-Maler“ zu unkommentiert neben ihren Maler-Kollegen zu zeigen. Bewunderer dagegen schätzen den Eindruck der Vollständigkeit einer Ausstellung, die nichts weg läßt.

Auf der Homepage der Stadt Koblenz finden Sie die Biographie von Peter Ludwig und auf dem Kulturmagazin Areion weitere Kurzbiographien.
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