Wegweiser zum Erfolg
Ein Buchtipp für junge Künstler

Der Kunstmarkt boomt, eine Erfolgskarriere als moderner Künstler verspricht Millionen-Reichtum, und das ist möglicherweise der Grund, warum sich immer mehr junge Menschen zur Malerei berufen fühlen. Doch genügt es, sich täglich vor die Staffelei zu stellen und am eigenen Werk zu Kunstbuecherbasteln? Zumindest ist die harte, selbstkritische Auseinandersetzung mit Stil und Thema noch immer wichtigste Voraussetzung für eine Künstler-Karriere. Doch der Kunstmarkt kommt nicht von allein ins Atelier. Der unbekannte Maler muß sich selbst auf den Weg begeben. Dabei geht es nicht nur um die Suche nach der ersten Ausstellung. Ein Künstler, der die aktuelle Szene nicht kennt, läuft auch Gefahr, der allgemeinen Entwicklung hinterher zu arbeiten. Aber wo und wie ist der Einstieg möglich? Was muß man beachten, und wo muß man sich eventuell schon schützen?

Für diese Fragen gibt es ein umfangreiches Auskunftswerk – das „Kompendium für Künstler“ herausgegeben von Dagmar Winkler. In übersichtlicher Form werden die wichtigsten Sachverhalte des Kunstbetriebes dargestellt.

Allem voran stehen die Rechte und rechtmäßigen Ansprüche eines Künstlers. Hier lüftet sich dem Laien auch das Geheimnis der Künstlersozialversicherung. Überaus praktisch bietet das Buch Muster-Verträge für die klassischen Vertragssituationen auf dem Kunstmarkt.

Der zweite Teil beleuchtet die wohl spannendste Frage für den unbekannten Künstler - die Öffentlichkeitsarbeit. Es muß gar nicht mit dem Klinkenputzen in Galerien losgehen. Im „Kompendium“ erfahren junge Künstler von sinnvolleren Alternativen, allen voran einer Kontaktaufnahme mit dem nächstgelegenen Kunstverein. Hier ist die Förderung junger Künstler satzungsgemäßer Auftrag und man findet auch die besseren Ansprechpartner zu Fragen der Kunstförderung. So bietet das „Kompendium“ Stück für Stück Einsicht in die Struktur und die Prozesse des Kunstbetriebes.

Als wichtigstes Netzwerk und klassischen Einstieg in den Kunstbetrieb wird noch immer das Kunststudium genannt. Ihm ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Leser erfährt über die verschiedenen Studieninhalte, über Aufnahmeverfahren, Zusatzstudien, Sondereinrichtungen und Alternativen und natürlich gibt es eine Liste mit vollständigen Datensätzen zu allen wichtigen Studien-Einrichtungen in Deutschland.

Ganz besonders wertvoll für den jungen Künstler ist schließlich der sechste Teil des Buches. Ein Überblick über Kunstpreise, Kunstförderprogramme und Künstlerstipendien. Wer sich erstmals damit beschäftigt, wird überrascht sein, wie viele finanzielle Fördermöglichkeiten es für junge Künstler gibt - angefangen beim finanzierten Arbeitsmonat an der Ostsee bis zum Jahresstipendium in der Villa Massimo in Rom. Besonders interessant dürften auch die zahlreichen Europa-Förderungen und internationalen Austauschprogramme sein.

Wer zum „Kompendium für Künstler“ greift, wird vielleicht etwas ernüchtert vom sachlichen Stil des Buches sein. Das Werk ist gewiß kein Ratgeber bei fehlender Inspiration im Schaffensprozeß. Talentierte Künstler dagegen, die eine professionelle Entwicklung anstreben, haben mit dem „Kompendium“ alle wichtigen Wegweiser in der Hand, um ihren Einstieg in den Kunstmarkt zu finden.

Noch ein Hinweis zum Schluß: Als Überblickswerk über den Kunstbetrieb ist das Kompendium in seiner Vollständigkeit sehr wertvoll. Wer konkrete Ansprechpartner und Einrichtungen gefunden hat, sollte sich jedoch unbedingt über aktuelle Daten und Termine informieren, da sich einige davon seit Veröffentlichung des Buches schon wieder geändert haben.
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