Picasso für die Nachwelt

Die Lebensgeschichte des Sammlers Heinz Berggruen

Kein anderer Künstler der Moderne war so produktiv, umstritten und schon zu Lebzeiten so berühmt wie Pablo Picasso. Daß das Pariser Genie eng mit einem deutsch-stämmigen Galeristen zusammen arbeitete, war hierzulande kaum bekannt. Spektakulär wurde die Geschichte erst, als jener Händler seiner Heimatstadt Berlin die Sammlung „Picasso und seine Zeit“ zum Geschenk anbot. Er wolle der Stadt die moderne Kunst zurück geben, die von den Nazis einst als „entartet“ aus Deutschland verbannt wurde.

LuebkeMit einem Schlag wurde Heinz Berggruen zu einem der berühmtesten Kunstsammler Deutschlands. Dabei hatte er die wenigste Zeit seines Lebens in Deutschland verbracht.

1914 in Berlin geboren, startete der junge Berggruen eine Karriere als Feuilleton-Journalist. Als dem jungen Juden nahegelegt wurde, seine Artikel nur noch mit seinen Initialen zu unterzeichnen, suchte er nach einer freieren Arbeits-Atmosphäre. Er fand sie in den USA. 1944 kehrte er als GI nach Deutschland zurück. Nach dem Krieg verließ Berggruen sein zerstörtes Heimatland und setzte sich in seiner Wahlheimat Frankreich nieder. In Paris traf er viele wichtige moderne Künstler und wurde zu ihrem Galeristen. Daß er sogar das Vertrauen des schwierigen Pablo Picasso erwarb, bezeichnet er selbst als großes Glück. Als Händler und Berater begleitete er das Werk des großen Franzosen bis zu dessen Lebensende.

1980 zog sich Berggruen, der niemals selbst gemalt hat, aus dem Galerie-Geschäft zurück und widmete sich ganz seiner Sammlung. Im Alter von 82 Jahren entschied er, in seine Geburtsstadt Berlin zurück zu kehren. Seine Sammlung hat er der Stadt geschenkt, ohne sich von ihr zu trennen. Berggruen lebt mit seiner Frau im Dachgeschoß des Ausstellungshauses, dem Charlottenburger Stülerbau. Manchmal verläßt er seine Privat-Gemächer, um sich unter das jüngere Publikum zu mischen. Er versteht seine Schenkung schon jetzt als seine Hinterlassenschaft an die Nachwelt und freut sich daran, seine Erben noch persönlich kennen lernen zu dürfen.

Als Zeitzeuge hat Berggruen sich auch literarisch verdient gemacht. In zwei Büchern berichtet er über seinen Lebensweg, der von zahlreichen Begegnungen mit großen Künstlern geprägt war.

Interview mit Heinz Berggruen: http://www.hu-berlin.de

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Wie Heinz Berggruen im Stülerbau lebt: http://www.berlin.de
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